Startseite       SB-Funktionen für Studierende    WiSe 2019/20      Switch to english language  Hilfe

Juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen - Einzelansicht

  • Funktionen:

Grunddaten
Veranstaltungsart Projektseminar Kurztext
Veranstaltungsnummer 4506877 SWS 2.00
Semester SoSe 2019 Studienjahr
Erwartete Teilnehmer/-innen 15 Hyperlink
Turnus keine Übernahme
Termine :
  Tag Zeit Turnus Termin Raum Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen Module
Einzeltermine anzeigen Fr. 14:00 bis 16:00 wöch. 26.04.2019  bis
19.07.2019
KWZ - KWZ 2.738
Lageplan
       
Einzeltermine anzeigen Sa. 08:00 bis 18:00 Einzel 25.05.2019  KWZ - KWZ 2.738
Lageplan
       
Einzeltermine anzeigen So. 08:00 bis 18:00 Einzel 30.06.2019  KWZ - KWZ 2.738
Lageplan
       
Prüfungstermine :
  Tag Zeit Turnus Termin Raum Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen Module
Einzeltermine anzeigen Mo.    Portfolio 30.09.2019            B.Gesch.413.Mp: Projektmodul Geschichtskultur/Praxis
B.Gesch.412a.Mp: Projektmodul Geschichtskultur für Fachfremde
B.Gesch.412.Mp: Projektmodul Geschichtskultur/Praxis
B.Gesch.411.Mp: Projektmodul Geschichtskultur/Theorie


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Hördler, Stefan, Dr.
Prüfungen / Module
Modul Studiengänge
B.Gesch.411.Mp: Projektmodul Geschichtskultur/Theorie
Modulbeschreibung
Bachelor (2 Fächer) → Geschichte →Aufbau-, Projekt- und Praktikumsmodule →B.Gesch.411: Projektmodul Geschichtskultur/Theorie
Bachelor → Ostasienwissenschaft/Moderne Sinologie →Fachspezifischer Professionalisierungsbereich - Bereich Geschichtswissenschaft →B.Gesch.411: Projektmodul Geschichtskultur/Theorie
Bachelor → Interdisziplinäre Indienstudien →Komplementärmodule zum SP Moderne indische Geschichte →B.Gesch.411: Projektmodul Geschichtskultur/Theorie
Bachelor → Interdisziplinäre Indienstudien →Studienschwerpunkt Geschichte und Gesellschaft II (bis PO 2012) →B.Gesch.411: Projektmodul Geschichtskultur/Theorie
B.Gesch.412.Mp: Projektmodul Geschichtskultur/Praxis
Modulbeschreibung
Bachelor (2 Fächer) → Geschichte →Aufbau-, Projekt- und Praktikumsmodule →B.Gesch.412: Projektmodul Geschichtskultur/Praxis
Bachelor → Interdisziplinäre Indienstudien →Komplementärmodule zum SP Moderne indische Geschichte →B.Gesch.412: Projektmodul Geschichtskultur/Praxis
Bachelor → Interdisziplinäre Indienstudien →Studienschwerpunkt Geschichte und Gesellschaft II (bis PO 2012) →B.Gesch.412: Projektmodul Geschichtskultur/Praxis
B.Gesch.412a.Mp: Projektmodul Geschichtskultur für Fachfremde
Modulbeschreibung
Schlüsselkompetenzen → Uniweit - Methodenkompetenz →B.Gesch.412a: Projektmodul Geschichtskultur für Fachfremde
B.Gesch.413.Mp: Projektmodul Geschichtskultur/Praxis
Modulbeschreibung
Bachelor (2 Fächer) → Geschichte →Aufbau-, Projekt- und Praktikumsmodule →B.Gesch.413: Projektmodul Geschichtskultur/Praxis (Lehramt)

Weitere Informationen zu den Prüfungsordnungen und Modulverzeichnissen finden Sie hier: Studienfächer von A-Z
Zuordnung zu Einrichtungen
Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte
Inhalt
Kommentar

Ermittlungen und Verfahren wegen NS-Verbrechen sind nach wie vor nicht abgeschlossen. Erst im Februar 2019 wurde vor dem Landgericht in Münster einer der letzten Prozesse wegen Verhandlungsunfähigkeit vorzeitig eingestellt. Der Angeklagte hatte als SS-Wachmann Dienst im KZ Stutthof versehen.

Im Rahmen der juristischen Neubewertung der Beihilfe in Bezug auf NS-Verbrechen stand das Prinzip der funktionellen Beihilfe im Vordergrund. Das zentrale Argument war nicht mehr die unmittelbare Beteiligung an konkreten Mordtaten, sondern der wissentliche Beitrag zum reibungslosen Ablauf des Massenmords. Der Nachweis einer direkten Tatbeteiligung war nicht notwendig.

Erstmals kam im Verfahren gegen Ivan (John) Demjanjuk, einem ehemaligen Wachmann des Vernichtungslagers Sobibór, die Neubewertung der Beihilfe zur Anwendung. Das Landgericht München II verurteilte Demjanjuk 2011 wegen Beihilfe zum Mord in über 28.000 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Im Prozess gegen Oskar Gröning wurde die Argumentation der Beihilfe nun erstmals für das KZ Auschwitz angewandt. Vor dem Landgericht Lüneburg musste sich Gröning der Beihilfe zum Mord in wenigstens 300.000 Fällen verantworten. Ab April 2015 fand unter starker öffentlicher und medialer Aufmerksamkeit der Prozess in Lüneburg statt. Zum Verfahren waren 65 Nebenkläger zugelassen worden. Darüber hinaus berief das Gericht mehrere Sachverständige verschiedener Fachdisziplinen. Mitte Juli 2015 wurde Gröning zu vier Jahren Haft verurteilt, das Urteil wurde Mitte September 2016 vom Bundesgerichtshof bestätigt und rechtskräftig. Oskar Gröning verstarb noch vor seinem Haftantritt am 9. März 2018.

Die Aufarbeitung der NS-Verbrechen erstreckte sich nicht nur auf die vier Besatzungszonen von 1945 bis 1949 oder die Bundesrepublik, DDR und Österreich nach 1949 (bis 1990), sondern bereits von 1944 in Polen bis in das 21. Jahrhundert über den gesamten Globus. Das Seminar wird sich dabei auf Ermittlungen und Verfahren in Europa und Nordamerika konzentrieren.

Das Seminar untersucht Kontinuitäten und Brüche, Räume und Zeiten sowie Akteure der juristischen Ahndung von 1944 bis heute. Als praxisorientiertes Projektseminar sind Expertengespräche mit Beteiligten geplant. Darüber hinaus werden Formen der musealen Präsentation untersucht. Es besteht die Möglichkeit, aus dem Seminar heraus ein eigenes Ausstellungsprojekt zum Thema zu entwickeln. Die Bereitschaft zu Exkursionen sowie zur Übernahme eines Referats wird vorausgesetzt. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Studierende begrenzt. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.

Literatur

John Cramer, Belsen Trial 1945. Der Lüneburger Prozess gegen Wachpersonal der Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen, Göttingen 2011.

Tomaz Jardim, The Mauthausen Trial. American Military Justice in Germany, Cambridge 2012.

Frank Lüttig/Jens Lehmann (Hrsg.), Die letzten NS-Verfahren. Genugtuung für Opfer und Angehörige - Schwierigkeiten und Versäumnisse der Strafverfolgung, Baden-Baden 2017.

Kim C. Priemel/Alexa Stiller (Hrsg.), NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung, Hamburg 2013.

Andreas Weigelt/Klaus-Dieter Müller/Thomas Schaarschmidt/Mike Schmeitzner (Hrsg.), Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944-1947). Eine historisch-biographische Studie, Göttingen 2015.


Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2019 , Aktuelles Semester: WiSe 2019/20