Strukturbaum

 
Abteilung:   Abteilung Wildtierwissenschaften
 
 
Aufgabe:  

Wildtiere sind eine wichtiger Bestandteil von Waldökosystemen. Durch ihr Verhalten können sie sich einerseits positiv auf die Beschaffenheit und Funktion von Wäldern auswirken, z.B. wenn Baumsamen durch Mäuse und Eichhörnchen verbreitet werden. Andererseits können Wildtiere aus menschlicher Sicht die Produktivität und Nutzbarkeit von Ökosystemen auch negativ beeinflussen, z.B. wenn hohe Dichten von Pflanzenfressern eine natürliche Verjüngung von Bäumen beeinträchtigen. Daher gilt es, die verschiedenen Einflüsse von Wildtieren durch geschicktes und nachhaltiges Wildtier- und Habitatmanagement zu balancieren, und mit den menschlichen Ansprüchen an das jeweilige Ökosystem in Einklang zu bringen. Ein solches Management kann nur erfolgreich und effektiv sein, wenn es auf den Ergebnissen objektiver wissenschaftlicher Forschung basiert.

Die Abteilung Wildtierwissenschaften befasst sich in Forschung und Lehre mit den Wechselwirkungen zwischen Wildtieren und ihren Lebensräumen in unterschiedlichen (Wald-)Ökosystemen. Generelle Forschungsthemen sind derzeit vor allem die Bewegungsökologie ('Movement Ecology"), sowie die Landschaftsgenetik. Ein besonderer Schwerpunkt der Abteilung liegt somit auf der räumlichen Ökologie von Wildtieren, also den Bewegungsmustern und Verhaltensweisen von Wildtieren in Raum und Zeit. Hierzu gehören z.B. die Erfassung von Bewegungs- und Aktivitätsmustern, die Berechnung von Raumansprüchen und Streifgebieten (sog. Home Ranges), die Ermittlung von Habitatpräferenzen, und die Quantifizierung von Ein- und Auswanderungsraten.

Grundsätzliches Ziel unserer Forschung ist es, wichtige Informationen für das praktische Management von Wildtieren und ihren Lebensräumen zu liefern, damit essentielle Ökosystemfunktionen aufrecht erhalten, und natürliche Ressourcen optimal genutzt werden können.

Derzeitige Forschungsprojekte finden sowohl in Deutschland (Harz, Truppenübungsplatz Gravenwöhr in Bayern, Schleswig-Holstein), als auch im europäischen und außereuropäischen Ausland statt (z.B. Spanien, Belize, verschiedene afrikanische Länder).

In der Lehre liegt der Schwerpunkt einerseits auf der Vermittlung von Grundkenntnissen über allgemeine Wildtierökologie, unsere heimischen Wildarten und deren effektives Management. Andererseits werden den Studierenden auch aktuelle Forschungs- und Managementansätze nahegebracht.

Methodisch verwenden wir modernste Untersuchungsverfahren, insbesondere durch den Einsatz von GPS-Telemetrie-Halsbändern, genetischen Analysen (vor allem Mikrosatelliten), Geografischen Informationssystemen (GIS), sowie durch innovative Modellierungs- und Simulationswerkzeuge. Hierbei entwickeln wir auch eigene Analyseverfahren sowie Software für deren Implementierung.

Die Abteilung verfügt über eigene Wildgehege und betreibt ein Lehrrevier für die jagdliche Ausbildung der Studierenden. Als Service-Leistung bieten wir die Altersschätzung bei Schalenwild nach der Zahnschliffmethode an.

Personal: