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Makrosoziologische Theorien - Historische Soziologie - Einzelansicht

  • Funktionen:

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Kurztext
Veranstaltungsnummer 868487 SWS 2.00
Semester WiSe 2021/22 Studienjahr
Erwartete Teilnehmer/-innen 30 Hyperlink
Turnus keine Übernahme
Termine :
  Tag Zeit Turnus Termin Raum Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen Module
Einzeltermine anzeigen Mo. 16:15 bis 17:45 wöch. 25.10.2021  bis
07.02.2022
ZHG - ZHG005
Lageplan
       
Prüfungstermine :
  Tag Zeit Turnus Termin Raum Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen Module
Einzeltermine anzeigen Di.    Portfolio 15.03.2022            M.Soz.100.2: Makrosoziologische Theorien (Seminar)
Einzeltermine anzeigen Di.    Abgabe Hausarbeit 15.03.2022            M.Soz.10a.2: Makrosoziologische Theorien - Vertiefung (Seminar)
M.Soz.10.2: Makrosoziologische Theorien - Vertiefung (Seminar)


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Römer, Oliver, Dr.
Prüfungen / Module
Modul Studiengänge
M.Soz.10.2: Makrosoziologische Theorien - Vertiefung (Seminar)
Modulbeschreibung
Master → Soziologie →Fachstudium 42 C - Pflichtmodule →M.Soz.10: Makrosoziologische Theorien
Master → History of global markets →Profilbereich →M.Soz.10: Makrosoziologische Theorien
M.Soz.100.2: Makrosoziologische Theorien (Seminar)
Modulbeschreibung
Master → Soziologie →Fachstudium 42 C - Pflichtmodule →M.Soz.100: Makrosoziologische Theorien
Master → Soziologie →Master - Pflichtmodule →M.Soz.100: Makrosoziologische Theorien
Master → Soziologie →Modulpaket 36 C - Wahlpflichtbereich I →M.Soz.100: Makrosoziologische Theorien
Master → Angewandte Statistik →Wahlpflichtbereich - Spezialisierung Empirische Sozialforschung (0 o. 18 C) →M.Soz.100: Makrosoziologische Theorien
M.Soz.10a.2: Makrosoziologische Theorien - Vertiefung (Seminar)
Modulbeschreibung
Master → History of global markets →Profilbereich →M.Soz.10a: Makrosoziologische Theorien

Weitere Informationen zu den Prüfungsordnungen und Modulverzeichnissen finden Sie hier: Studienfächer von A-Z
Zuordnung zu Einrichtungen
Institut für Soziologie
Inhalt
Kommentar

In der zeitgenössischen Makrosoziologie ist etwa seit den 1980er Jahren eine Renaissance von historischen Fragestellungen, Untersuchungen und Forschungsansätzen zu beobachten. Unter anderem als Reaktion auf den in der internationalen soziologischen Diskussion lange Zeit dominierenden Strukturfunktionalismus konstituiert sich ein Strang "neuer historischer Soziologie" (W. Spohn), der den Anspruch erhebt, einen substanziellen Beitrag zum Feld soziologischer Theorienbildung, insbesondere einer makrosoziologischen Theorie des sozialen Wandels zu leisten.

Die Lehrveranstaltung (Vorlesung und Seminar) nimmt diese Diskussion als Ausgangspunkt und Perspektive für eine Vertiefung 'paradigmatischer" Positionen des zeitgenössischen soziologischen Theoriendiskurses: Entscheidend hierfür ist die Erkenntnis, dass das Verhältnis von Soziologie und Geschichte von Beginn an ein von wechselseitigen Konkurrenzen und Abgrenzungen durchzogenes, aber zugleich produktives Spannungsfeld bildet. Bereits im 19. Jahrhundert konstituiert sich die Soziologie unter heftigem Widerstand der insbesondere an deutschen Universitäten bereits etablierten historischen Staatswissenschaften sowie der sich in dieser Zeit herausbildenden Geisteswissenschaften. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei dem Werk von Karl Marx zu, der nicht nur als bedeutender Vorläufer oder gar Klassiker soziologischen Denkens reklamiert wird, sondern obendrein als Begründer einer "Wissenschaft der Geschichte" (Louis Althusser). Mit dem 19. Jahrhundert teilt Marx die Vorstellung einer gerichteten, in historischen Gesetzen darstellbaren Entwicklung aufeinander aufbauender Gesellschaftsformationen (Antike, Feudalismus, Kapitalismus etc.).

Dass der Marx"sche Entwicklungsgedanke, der sich von den in der frühen Soziologie gängigen lamarckistischen und darwinistischen Modellen (Spencer, Comte) erheblich unterscheidet, heute als der problematische geschichtsphilosophische 'Rest" im Werk eines bedeutenden sozialwissenschaftlichen Denkers des 19. Jahrhunderts erscheint, zeigt sich bereits im Werk des in der Tradition der historischen Kultur- und Geisteswissenschaften stehenden Max Weber. Von manchem Soziologen (z.B. C. W. Mills) in den Rang eines 'großbürgerlichen" Schülers von Marx erhoben, wird Weber mit seinen universalhistorischen Analysen zum entscheidenden 'Brückenautor" zwischen historischen Denken ("historische Soziologie") und einer auf erklärende Modellbildungen drängenden Sozialwissenschaft ("formale Soziologie"): Die bei Marx in einer über die bürgerliche Ökonomie des 19. Jahrhunderts hinausgreifende 'Dialektik" geschichtlicher Entwicklung soll bei Weber in den Rahmen einer sozialwissenschaftlich argumentierenden und empirisch orientierten Kulturwissenschaft eingespannt werden.

Zwischen Marx und Weber entsteht somit eine produktive Spannung, die in der historisch orientierten Soziologie erst jüngst wieder zum Thema gemacht worden ist (A. Abbott) und den Rahmen dieser Lehrveranstaltung bilden soll. Die folgenden Sitzungen orientieren sich an jüngeren Autoren, die sich mit ihrem einerseits mit ihren Arbeiten an der Schnittstelle von historischer Soziologie und soziologischer Theorie bewegen, sich andererseits mit dieser Orientierung notwendigerweise zu den Arbeiten von Marx und Weber positionieren.

 


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Die Veranstaltung wurde 4 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2021/22 gefunden: