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Einrichtung: Archäologische Sammlungen - Einzelansicht

  • Funktionen:
Grunddaten
Kurzbezeichnung Archäologi Einrichtungsart Leitung
Einrichtung Archäologische Sammlungen Kostenstelle 482760
Zusatzbezeichnung Archäologische Sammlungen Drucken
Institutsnummer Veranstalter/-in J

Inhalt

Aufgaben

Die Archäologischen Sammlungen umfassen die Sammlung der Gipsabgüsse, die Originalsammlung des Archäologischen Instituts und die Universitäts-Münzsammlung.

Sammlung der Gipsabgüsse

1767 von Christian Gottlob Heyne gegründet, ist die Sammlung der Gipsabgüsse nicht nur die älteste, sondern bis heute weltweit eine der größten Universitätssammlungen ihrer Art. Sie umfaßt derzeit über 1700 maßstab- und formgetreue Nachbildungen antiker Skulpturen aus über 140 Museen in aller Welt. Sie dient in erster Linie der archäologischen Lehre und Forschung, ist aber auch für interessierte Besucher zugänglich. Seit 1812 standen die bedeutendsten Abgüsse in der Universitätsbibliothek in der ehemaligen Paulinerkirche. Erheblichen Zuwachs erhielt die Sammlung 1830, als unter der Ägide Carl Otfried Müllers große Teile der 'Elgin-Marbles', der kurz zuvor von Lord Elgin nach London gebrachten Skulpturen vom Parthenon in Athen, als Geschenk des englischen Königs in Abgüssen nach Göttingen gelangten. 1844 erhielt die Sammlung neue Räume im kurz zuvor vollendeten Aulagebäude am Wilhelmsplatz. 1912 konnte das Archäologische Institut mit seinen stark angewachsenen Sammlungen in das neu errichtete Seminargebäude am Nikolausberger Weg einziehen, wo die Abgüsse in acht geräumigen Museumssälen hervorragend zur Wirkung kamen. Im Gegensatz zu anderen großen deutschen Abgußmuseen (z.B. München, Berlin, Dresden) überstand die Göttinger Sammlung den Zweiten Weltkrieg ohne Verluste. Im Zuge des allgemeinen 'Revivals' des Mediums Gipsabguß in den 1970er Jahren wurde mit der grundlegenden Restaurierung und Neuaufstellung der Göttinger Abgüsse begonnen. Gleichzeitig wurde die Erwerbungstätigkeit erheblich intensiviert, insbesondere im Bereich des griechischen und römischen Portraits. Die Neuordnung konnte 1990 mit der Publikation eines ausführlichen Bestandskatalogs und mit der Eröffnung zusätzlicher Säle erfolgreich zum Abschluß gebracht werden. Durch Ankäufe und durch Tausch von Dubletten wird die Sammlung ständig erweitert. Im Berichtszeitraum waren 12 Neuzugänge zu verzeichnen. Verstärkte Anstrengungen galten der Erschließung der Sammlung für eine breitere Öffentlichkeit. Im Rahmen der Expo-Präsentation "Wissenschaft und Technik zum Anfassen" in der Göttinger Lokhalle wurde im Juli/August 2000 vom Archäologischen Institut die Ausstellung "Vom Gipsabguß zum Virtuellen Museum" gezeigt. Im Dezember 2000 wurde in den Räumen der Abgußsammlung aus Anlaß des Jahrtausendwechsels die umfangreiche Ausstellung "Neue Zeiten. Epochenwenden in der Antike" eröffnet, die bis zum April 2001 (obwohl nur sonntags geöffnet) nahezu 2000 Besucher in das Archäologische Institut führte und in den regionalen Medien ein lebhaftes Echo fand. Ebenfalls an ein breiteres Publikum richtet sich das Projekt "Virtuelles Museum", die multimediale Aufbereitung der Göttinger Abgußsammlung. Ein Prototyp wurde für die (ebenfalls im Vorfeld der Expo 2000) von RegioOnline Niedersachsen in Zusammenharbeit mit der Stadt Göttingen produzierte "Göttingen-CD" entwickelt. (s. unter Forschungsprojekten)

Originalsammlung

Die ebenfalls in das späte 18. Jh. zurückreichende Originalsammlung des Archäologischen Instituts umfaßt ein breites Spektrum von Skulpturen, Architekturfragmenten, Bronze- und Tonfiguren, Gläsern, Gerätschaften, vor allem aber von Tongefäßen und -scherben aus dem ganzen Mittelmeerraum. Die Objekte wurden als Anschauungsmaterial für den archäologischen Unterricht erworben, sind z. T. aber auch für die Forschung von hohem wissenschaftlichen Wert und für die Öffentlichkeit von ästhetischem und historischem Interesse. Eine der Bedeutung der Sammlung angemessenere, publikumswirksamere Präsentation, möglicherweise auch außerhalb des Instituts (etwa im Rahmen eines fächerübergreifenden Universitätsmuseums) wird angestrebt. Da sich diese Pläne allenfalls mittelfristig realisieren lassen werden, steht einstweilen die wissenschaftliche Erschließung der Sammlung im Vordergrund, besonders die der bemalten Keramik im Rahmen des internationalen Publikationsprojekts "Corpus Vasorum Antiquorum". Die Arbeiten am Band "Göttingen 2" wurden während des Berichtszeitraums abgeschlossen, ein dritter Band ist in Planung. (s. unter Forschungsprojekten)

Eine sehr wertvolle Bereicherung der Originalsammlung stellt die seit 1979 als Leihgabe S.K.H. des Prinzen von Hannover im Archäologischen Institut befindliche Antikensammlung des Reichsgrafen Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn (1736-1811). Sie umfaßt heute 55 Statuen, Büsten und Reliefs aus Marmor und stellt damit ein herausragendes Zeugnis aristokratischer Antikenbegeisterung im Deutschland des 18. Jhs. dar.

Münzsammlung

Das Archäologische Institut beherbergt auch die Münzsammlung der Georg-August-Universität. Sie umfaßt ca. 40.000 Münzen aller Epochen und Regionen.


Funktionen

Person Funktion Ergänzung
Bergemann, Johannes, Prof. Dr. Direktorin / Direktor
Graepler, Daniel, Dr. Kustodin / Kustos
Ruppel, Jorun, Dipl.-Rest. Mitarbeiterin / Mitarbeiter im technischen und Verwaltungsdienst Restauratorin

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